19.04.2018 - Jobs
Fachinformationsdienst Darstellende Kunst

CALL FOR APPLICATIONS: Consultant (w/m) in Residence | "nun | unentd_ckte narrative" | Deadline: 15.05.2018

Im Rahmen des Modellprojekts neue unentd_ckte narrative suchen wir eine/n Consultant in Residence, der/die sich kritisch konstruktiv mit Narrativen über Heimat- und Identitätskonstruktionen in der archäologischen Dauerausstellung des Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz (smac) auseinandersetzt. Der/die Consultant in Residence ist eingeladen sich beispielsweise mit folgenden Fragen der Dauerausstellung zu nähern: - Welche identitätsstiftenden Narrative sind vor- handen (regional, national, andere Gruppenzugehörigkeiten)? - Welche Vorstellungen von Ethnizität evoziert die Ausstellung, wie werden Begriffe wie „(archäologische) Kultur“, „Stamm“, „Volk“, „Nation“ verwendet? - Wo und wie werden historische Brüche gesetzt? Welche Brüche sind noch unsichtbar? - An welchen Stellen bietet die Ausstellung Anschluss an migrantische Perspektiven bzw. wo lässt die Ausstellung diese aus? - Welche Geschichte wird erzählt und wie lässt sich die Geschichte anders erzählen? Ziel ist es Impulse für einen anderen Erzählframe zu geben. Wir wünschen uns einen Consultant (oder ein Tandem), der/die/das mit kreativen Ideen die Fragestellungen bearbeitet. Die Recherchearbeit ist zu dokumentieren. Die Form der Dokumentation ist frei wählbar. Es kann ein wissenschaftlicher Bericht, ein Essay, ein literarischer Text, ein Gedicht, ein Vortrag, Theaterstück oder eine temporäre künstlerische Intervention sein (letztere bedarf der Genehmigung des smac und des Gestaltungsbüros). rahmenbedingungen - Der Projektzeitraum ist im September/ Oktober und kann flexibel mit den Consultants abgesprochen werden. - Die Ergebnisse sollen in geeigneter Form auf dem Festival: „Aufstand der Geschichten“ (AT) vom 3.-10. November 2018 in Chemnitz präsentiert werde. - Der/ die Consultant/s erhalten ein/e Aufwandsentschädigung/Stipendium in Höhe von 3000€, eine Unterkunft und Fahrtkosten (nach Absprache). - Das smac begleitet die Consultants und vernetzt sie mit dem Projekt „Change the smac“ im Rahmen des Programms „360°-Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ der Kulturstiftung des Bundes. - Die Consultants sind frei mit weiteren Projekten des Schnittstellenprojektes zu kooperieren, bzw. es ist erwünscht. - Der/ die Consultant/s kann Exkursionen zu beteiligten Institutionen oder zu archäologischen Denkmälern in Sachsen durchführen. Wir laden Euch ein, Euch mit einer kurzen Konzeptskizze bis zum 15. Mai 2018 zu bewerben, sendet ein kurzes Motivationsschreiben, Konzept, Referenzen und einen Lebenslauf an: franz.knoppe@asa-ff .de das smac in kürze Das smac präsentiert 300.000 Jahre globale und regionale Kulturgeschichte. Es ist eine Einrichtung des Landesamts für Archäologie Sachsen und Kulturbotschafter des Freistaates Sachsen. Das smac wurde im Mai 2014 im ehemaligen Kaufhaus Schocken im Herzen von Chemnitz eröffnet. Seine Dauerausstellungen (ca. 3000 m²) zeigen die Archäologie und Kulturgeschichte in Sachsen und die deutsch-jüdische Geschichte des Hauses mit Ausstellungen über Leben und Werk des berühmten Architekten Erich Mendelsohn, über den Kaufhauskonzern Schocken und über den Kaufhausgründer, Verleger und Kunstmäzen Salman Schocken. In seinen Sonderausstellungen (ca. 1000 m²) blickt das smac über die Grenzen der Landesarchäologie hinaus und zeigt Ausstellungen, die aktuelle gesellschaftliche Debatten aufgreifen und in ihrer zeitlichen Tiefe darstellen (Geld, Stadtgesellschaft, interkulturelle Beziehungen) oder die die Archäologie und Kulturgeschichte anderer Länder präsentieren. Getreu seines claims „Kulturen entdecken – Geschichte verstehen“ ist Ziel des smac und seines Programms, die Besucher_innen einzuladen, aktiv über kulturelle Vielfalt in ihrer zeitlichen Tiefe und der Gegenwart nachzudenken. Um dieses Ziel zu erreichen, reflektiert das smac sein eigenes Handeln und korrigiert wenn nötig seine Praxis in kultureller Bildung, Wissenschaft und Vermittlung, um auf gesellschaftspolitische Veränderungsprozesse zu reagieren. nun – neue unentd_ckte narrative Das Modellprojekt nun ist ein Schnittstellenprojekt zwischen Kultur, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, um generations- und zielgruppenübergreifende Handlungsansätze gegen Rechtspopulismus zu entwerfen und möglichst breite Teile der Stadtgesellschaft einzubinden. Es basiert auf dem Methoden- und Erfahrungstransfer zwischen Chemnitz und Städten mit vergleichbarer Transformationsgeschichte in Europa. Das Projekt ist ein Raum für Experimente und damit ergebnisoffen. träger des projektes ASA-FF e.V. und das Projektteam Theatertreffen „Unentdeckte Nachbarn“ Im November 2016, 5 Jahre nach der Selbstenttarnung des NSU, haben wir als Gruppe von Theatermacherinnen, Konfliktforscherin und Verwaltungswissenschaftler das Theatertreffen „Unentdeckte Nachbarn“ in Chemnitz und Zwickau organisiert. „Unentdeckte Nachbarn“ zielte darauf, die Kontinuitäten des NSU-Unterstützungsumfeldes sichtbar und die Betroffenenstimmen hörbar zu machen. Es vernetzte kommunale, regionale und bundesweite Erinnerungsinitiativen an den Schnittstellen zwischen Kultur, Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Zielstellung war die Eröffnung kreativer Handlungsräume zur kritischen Begleitung der Aufarbeitungsprozesse auf juristischer, parlamentarischer, institutioneller und kultureller Ebene in Sachsen. Das Nachfolgeprojekt neue unentd_eckte narrative entwickelt die Methode der Kreativen Diskurstransformation weiter. Das Theatertreffen wurde initiiert von den Grass Liftern – Kunstaktivisten, die über die Verbrechen des NSU „kein Gras wachsen lassen wollen“ und durch gezielte Interventionen immer wieder öffentliche Diskussionen in Sachsen provozieren. adresse und ansprechpartner Bitte sendet ein Motivationsschreiben und Begleitmaterial bis zum 15. Mai 2018 an: Franz Knoppe, Projektleiter Mail: franz.knoppe@asa-ff .de

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