24.05.2017 - Sonstiges
Fachinformationsdienst Darstellende Kunst

Bühnenverein fordert angesichts der zu erwartenden Steuermehreinnahmen Stärkung der Kulturpolitik vor Ort

Der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Marc Grandmontagne, sieht einerseits einen zunehmenden Widerspruch zwischen steigenden Erwartungen an die Theater und Orchester und der gleichzeitigen Marginalisierung von Kulturpolitik andererseits. Obwohl sich die Theater landesweit in allen Bereichen engagierten, gehe eine solche Rollenveränderung nicht mit entsprechender kulturpolitischer Aufwertung konform. Stadtgesellschaften unterliegen einem massiven Wandel, der für alle Beteiligten mit neuen Herausforderungen einhergeht. Neue Konflikte werden durch wachsende soziale Ungleichheit, Populismus und kulturelle Differenzen verursacht und erfordern deshalb andere Herangehensweisen von sozialen und kulturellen Institutionen. Theater und Orchester sind sich ihrer Verantwortung als unverzichtbare kulturpolitische Akteure einer offenen Stadtgesellschaft bewusst. So wollen sie nicht nur akut in ihre jeweiligen Städte wirken, sondern auch langfristig kulturelle Visionen für die Gesellschaft entwickeln, wie bereits vielfältige Programme des Kinder- und Jugendtheaters sowie Projekte in den Bereichen Vermittlung und kulturelle Bildung zeigen. „Diese Verantwortungsübernahme kann allerdings nur gewährleistet werden, wenn Theater in der Lage sind, gute Arbeitsbedingungen sicherzustellen. Das wird immer mehr zu einer Herausforderung, weil die finanziellen Spielräume zunehmend kleiner werden“, so Holger Schultze, Vorsitzender des Ausschusses für künstlerische Fragen im Deutschen Bühnenverein.

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