29.06.2021 - Call for Papers / Participation
Fachinformationsdienst Darstellende Kunst

CALL FOR PARTICIPATION: Arbeitstreffen "Untold-Stories - Neue Perspektiven für Sammlung und Forschung der Darstellenden Künste" | 29.09.-01.10.2021 | AG Archiv gtw, The SiD | Frist: 31.07.2021

Call for Participation: „Untold Stories – Neue Perspektiven für Sammlung und Forschung der Darstellenden Künste“ vom 29.09. bis 01.10.2021 (digitales Arbeitstreffen) Zweites Arbeitstreffen der Reihe „Sammlung trifft Forschung“ Universitäten, Museen, Archive und Sammlungen sind Vermittlungsinstitutionen unseres kulturellen Gedächtnisses und spielen eine wichtige Rolle in Identitätsbildungsprozessen. Gleichzeitig ist kulturelle Identität zu einem Kampfbegriff geworden und das Hinterfragen von Schwerpunkten, Strukturen, Archiv- und Wissens-Systematiken wird im Zuge der Bestrebungen um Enthierarchisierung, Dekolonialisierung und Diversifizierung zu einem wichtigen Aspekt der Arbeit in und mit den Sammlungen. Was bedeutet das aber konkret für sammelnde Institutionen und für die mit den Beständen Forschenden? Wie lassen sich andere Perspektiven einnehmen, wie werden diese im Vorhandenen auffindbar oder finden Eingang in Sammlungsbestände und Forschungsprojekte? Als Angebot zum Dialog zwischen Sammlungen und Forschung zu den Darstellenden Künsten richtet das Arbeitstreffen den Fokus auf die Geschichten, die es noch zu erzählen gilt, auf das Potential, das durch digitale Infrastrukturen von Sammlung und Forschung entsteht und auf internationale Perspektiven von Vernetzung, Austausch und Kooperation. Für diese Themenfelder werden drei Workshops mit jeweils drei Sitzungen (am 30.09. & 01.10.) angeboten. Die Workshops werden von Vertreter*innen der Sammlungen und der Forschung geleitet. Wir laden Sie ein, sich in den fachlichen Austausch mit Ihren Interessen und Ihrer Expertise einzubringen. Bitte wählen Sie hierzu einen Workshop aus und senden Sie Ihre damit verbundene Anmeldung bis zum 31. Juli 2021 per E-Mail an Untold-stories@uni-koeln.de an Helena Baur (Theaterwissenschaftliche Sammlung, Köln), Betreff „Anmeldung“. Weitere Informationen zum Ablauf erreichen Sie dann zeitnah. Die Mitgliedschaft in TheSiD oder der AG ARCHIV ist keine Voraussetzung für die Teilnahme. Wir freuen uns auch über die Anmeldung von Studierenden. Workshop I: Historiografische Perspektiven Auf der einen Seite steht die Forderung nach einer Ausweitung der Sammlungsperspektiven – auf marginalisierte Akteur*innen, Ereignisse und Zusammenhänge, eine kritische Befragung der Quellen, ihrer Auswahl und Sortierung – auf der anderen Seite die Idee einer Notwendig- keit des „Verlernens“, um das Vorhandene neu zu lesen und neu zu sehen. Auch die Darstellenden Künste arbeiten sich immer wieder am Archiv ab und eröffnen eigene Zugänge. Können diese helfen, das Archiv anders zu denken? Wer spricht im Archiv über wen und mit wem? Und was meinen wir eigentlich, wenn wir vom „Archiv“ sprechen? Im Fokus des Workshops stehen Fragen nach dem Potential einer Auseinandersetzung mit dem Archiv, seinen Strukturen und nach den Lücken, nach Prozessen der Enthierarchisierung, Dekolonialisierung und Diversifizierung. Dabei sollen Perspektiven aus der Theater-, Sammlungs- und Forschungspraxis näher beleuchtet werden und die Ansprüche an das Archiv und seine Funktionen, aber auch seine Grenzen betrachtet werden. Der Workshop fragt nach den Lücken – im Archiv selbst, aber auch im Umgang mit dem Archiv. Moderation: Stephan Dörschel (Akademie der Künste, Berlin), Dorothea Volz (Theaterwissenschaftliche Sammlung / Institut für Medienkultur und Theater, Köln) Workshop II: Digitale Perspektiven Herausforderungen der Digitalisierung sind allgegenwärtig, in den Archiven ebenso wie bei den Künstler*innen und produzierenden Institutionen. Mit großem Einsatz wird aktuell in Forschungs- und Sammlungseinrichtungen an der Etablierung und Vereinheitlichung von Datenstandards sowie an der Verbesserung des Forschungsdatenmanagements gearbeitet. Doch was bedeutet das Digitale für historiografisches Forschen und Sammeln? Wie können hier Möglichkeiten geschaffen werden, Geschichte auch gegen den Strich zu lesen? Wie offen und anschlussfähig können Datenmodelle generiert werden, um auch aktuellen Anforde- rungen der Forschung zu entsprechen? Besteht die Gefahr, vorhandene hegemoniale Macht- strukturen, Marginalisierungen und Exklusionen zu reproduzieren oder neue zu erzeugen? Wie können digitale Infrastrukturen dem produktiv entgegenwirken, diverse Lesarten und Interpretationen fördern und neue Wege der Auseinandersetzung mit historischen Quellen ermöglichen? Moderation: Patrick Primavesi (Institut für Theaterwissenschaft, Leipzig), Melanie Gruß (Institut für Theaterwissenschaft, Leipzig), Nora Probst (Theaterwissenschaftliche Sammlung / Institut für Medienkultur und Theater, Köln) Workshop III: Internationale Perspektiven Gedächtnisinstitutionen der Darstellenden Künste sind auch Orte der Verknüpfung und Vernetzung. Die angekündigte Schließung des Theatre & Performance Departments des V&A hat in der Fachwelt eine große Welle der Entrüstung ausgelöst. Weltweit sehen sich immer wieder gerade Theatersammlungen und Museen bedroht von Schließung und Zusammen- legung. Dabei geht es nicht nur um den Verlust von Arbeitsplätzen sondern auch um das damit verloren gehende Fachwissen der Mitarbeitenden, darüber hinaus aber grundsätzlich um den Umgang mit kulturellem Erbe, um dessen Erhalt und Bewahrung – also um die Möglichkeit, auch weiterhin noch unentdeckte Geschichten zu erzählen. Wie steht es um die Gedächtnis- institutionen der Darstellenden Künste national und international? Neben krisenhaften Erschütterungen der Institutionen, nicht nur bedingt durch die aktuelle Pandemie, handelt es sich hier auch um strukturelle Krisen – in denen aber vielleicht auch das produktive Potential eines institutionellen Wandels liegt? Moderation: Peter W. Marx (Theaterwissenschaftliche Sammlung / Institut für Medienkultur und Theater, Köln), Sascha Förster (Theatermuseum Düsseldorf) Young Scholars Archive und Sammlungen zu den Performing Arts gibt es in Deutschland viele. Aber wo findet sich für welches Forschungsinteresse geeignetes Material? Wie erhält man auch unter Pandemiebedingungen einen Einblick in diese Sammlungen und Archive? Wissenschaftler*innen in einer frühen Karrierephase und interessierte Studierende (mit Schwerpunkten in den Bereichen Tanz, Theater, Medien mit Bezug zu Archiven) sind eingeladen, im Rahmen des Arbeitstreffens ihre Forschungsprojekte als digitale Posterpräsentation vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Zusätzlich wird den Teilnehmer*innen ein Workshop für die eigene Forschungsarbeit angeboten. Wenn die Pandemie-Entwicklung es erlaubt, besteht die Möglichkeit eines Vor-Ort-Besuchs der Theaterwissenschaftlichen Sammlung (TWS) der Universität zu Köln und die gemeinsame Teilnahme der Young Scholars an den Workshops aus den Räumen der TWS. Bitte bewerben Sie sich hierfür via Email mit einem kurzen Abstract (ca. 500 Wörter) Ihres Projekts und einer Kurzbiografie (ca. 100 Wörter) an Untold-stories@uni-koeln.de, Betreff „Young Scholars“, bis 31. Juli 2021. Dieses zweite Treffen der Reihe „Sammlung trifft Forschung“ wird veranstaltet vom Bundesverband Theatersammlungen in Deutschland (TheSiD) e.V. zusammen mit der Theaterwissenschaftlichen Sammlung (TWS) der Universität zu Köln sowie der AG ARCHIV der Gesellschaft für Theaterwissenschaft, in Kooperation mit dem Archiv Darstellende Kunst der Akademie der Künste, Berlin, dem Deutschen Theatermuseum, München, dem Fach- informationsdienst Darstellende Kunst (FID DK), dem Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig sowie dem Internationalen Theaterinstitut Deutschland.


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