18.01.2019 - Veranstaltungen
Gesellschaft fuer Theaterwissenschaft

VERANSTALTUNGSHINWEIS: KÜSTENLandschaften | Heiner-Müller-Symposium | 21. - 24.03.2019 | Hannover

KüstenLANDSCHAFTEN Grenzen und Selektion – Unterbrechung und Störung Heiner-Müller-Symposium vom 21.03. – 24.03.2019 Veranstalter: Till Nitschmann / Florian Vaßen: Deutsches Seminar der Leibniz Universität Hannover in Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Hannover und der Internationale Heiner Müller Gesellschaft Ort: Deutsches Seminar der Leibniz Universität Hannover und Leibniz Haus; Staatstheater Hannover „Ich stand an der Küste und redete mit der Brandung BLABLA, im Rücken die Ruinen von Europa.“ In Heiner Müllers Texten spielen Küste und Landschaft, Reise und Ankunft, Krieg und Zerstörung, Grenzen und Selektion sowie Unterbrechung und Störung eine zentrale Rolle. Die Konstellation des Fremden und Anderen bricht in das Eigene und Vertraute ein und macht – trotz Abwehr und Ausgrenzung – das Fremde im Eigenen erfahrbar. Migration und Klimawandel verändern die Landschaften, an den Küsten, den Grenzen und Orten der Selektion, treten ihre Auswirkungen zuerst in Erscheinung. Der Mensch führt Krieg gegen die Landschaft, und die Landschaft führt Krieg gegen den Menschen, Peripherie und Zentrum bekämpfen einander, wie das Andere und das Eigene. Zurzeit bewahrheitet sich, was Heiner Müller – der Kartograph von Katastrophen-Landschaften und -Zeiten – bereits vor über 20 Jahren in seinem Text Die Küste der Barbaren beschrieben hat. Heiner Müllers Texte als ‚synthetische Fragmente‘ und als ‚Erinnerung an die Zukunft‘ stehen für eine Ästhetik der Störung, sie unterbrechen die Kontinuität des Bekannten und Alltäglichen. Literatur und Theater dienen ihm dabei als „Sprengsatz“, der das „Kontinuum“ aufsprengt. Das Symposium zum 90. Geburtstag des ‚Landvermessers‘ Heiner Müller möchte seine Themen-Felder rund um KüstenLANDSCHAFTEN als performative Grenz-Linien und Orte der Selektion, aber auch als Unterbrechung und Störung des alltäglichen Kontinuums weiter ‚bestellenʻ. Die Themen-Felder des Symposiums sind dabei selbst Fragmente eines Mosaiks, die gemeinsam an einem Bild von Utopie und Heterotopie arbeiten und damit die ästhetische Konstituierung von SprachLANDSCHAFTEN und poetischen Störungen mit Blick auf eine noch unbekannte Zukunft ermöglichen.

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